Verletzungen durch Trail-Running / Ultra-Running?

Verletzungen durch Trail-Running / Ultra-Running?

Darf man den aktuellen Statistiken Glauben schenken, so erfreut sich der Laufsport einer uneingeschränkten Popularität. Aktuelle Daten zeigen eine Zunahme des Anteils von Laufsportler an der Gesamtbevölkerung auf rund 15 % bis 20 %. Erfreulich ist die Zunahme der weiblichen Läuferinnen auf mittlerweile 40 % der Laufsportler. Dem Trail-Running sowie den Ultra-Marathons kommt dabei ein erhöhtes Interesse zu.

Eine nahezu konstante Zahl, um 130.000 Athleten pro Jahr, absolvierten einen Marathonlauf. Dabei haben vor allem die Beschwerden des Stütz-und Bewegungsapparat zugenommen. Der Schweregrad der Verletzungen im Vergleich zu anderen Sportarten ist jedoch gering.

Die Frage nach möglichen dauerhaften Schädigungen des Stütz- und Bewegungsapparates durch extreme Laufbelastungen und Trainingsumfänge wird seit geraumer Zeit diskutiert.

In diesem Zusammenhang kann man immer wieder über degenerative  Gelenkschädigungen sowie irreversible Sehnenverletzungen lesen.

Gerade dem Ultramarathon so wie dem Trail-Running wird per se ein erhöhtes Schädigungspotenzial angeheftet.

Unberücksichtigt bleibt bei vielen Veröffentlichungen eine nachgewiesene hohe Adaption aller Gewebestrukturen durch körperliche Aktivität. Eine Mehrzahl der  Überlastungsbeschwerden kann durch eine  konservativen Therapie wie z.b. Krankengymnastik behandelt werden.

Laufspezifische Beschwerden sind vor allem an der unteren Extremitäten sowie der Lendenwirbelsäule  lokalisiert. Hierbei handelt es sich vorwiegend um Überlastungsreaktionen. Tendinopathien, unspezifische untere Rückenbeschwerden und Periostreizungen. In der Regel müssen bis zu 75 % aller Läufer mit Überlastungsbeschwerden während ihrer Läuferkariere rechnen. Als gesichertes beschwerte Risiko gelten Laufumfänge >60 km/pro Woche.

Bei erhöhten Trainingsbelastungen  stellen sich die laufspezifische Beschwerden wie folgt dar:

  • Oberschenkel 3,4-38%
  • Knie 7 – 50%
  • Unterschenkel 9-23%
  • Fuß 6-39%

Die Notwendigkeit einer medizinischen Therapie lag bei 7-18%. Einheitliche evidenzbasierende Beurteilungen über Auslösefaktoren liegen nicht vor.

Eine der häufigsten Diskussionen über Ausrichtung der Skelettachsen wird als nicht relevant eingestuft. Laufgeschwindigkeit, Tageszeit, Streckenprofil oder Untergrund haben offensichtlich keinen Einfluss auf das Risiko von Laufbeschwerden. Laufanfänger und geringe Lauferfahrung wird ein erhöhtes Risiko beigemessen. Ältere, erfahrene Läufer sind deutlich weniger Verletzt. (Fredericsson 2007)

Azevedo et al. fanden Überlastungsreaktionen und Tendinopathien an der Achillessehne, bedingt durch ein reduziertes Bewegungsausmaß, des Kniegelenkes und eine reduzierte Aktivität des M. Tibialis anderior (vor bodenkontakt) bzw. Mm rectus femoris und gluteus medius (nach bodenkontakt ) heraus. Als Schlussfolgerung lässt sich ableiten das Läufer mit Achillessehnenbeschwerden eine veränderte Kniekinematik und eine reduzierte muskuläre Aktivität aufzeigen.

Hagemann et al. evaluierte in MRT – Studien bei Marathonläufern, dass es keinen Hinweis für Knochen- oder Knorpelläsionen gibt. Zu vergleichbaren Ergebnissen kamen Schueller-Weidekamm et al. in ihren Studien an 22 nicht professionellen Marathonläufern.

Häufig und sehr kontrovers diskutiert wird die Frage nach erhöhten Arthroserisiko durch Laufbelastungen.

Verschiedene Studien und arbeiten zeigen ein geringes Risiko für die Entwicklung einer Hüfte und Kniearthrose durch Extremläufe wie Marathon oder Ultraläufe. Ein erhöhtes Risiko eine Hüftarthrose bzw. Kniearthrose finden sich bei einem BMI >25

Derzeitig ist nicht davon auszugehen das Ultraläufe ein gesundes muskuloskelettales System nachhaltig schädigt. Ultraläufe führen zu erhöhten Sehnenbelastungen die nach kurzer Zeit durch konservative Therapie rückläufig sind. Gerade dem Krafttraining und Sensomotorischen Training kommt eine besondere Bedeutung zu. Bei bekannten Laufbeschwerden kommt diesen beiden Therapieformen ein hoher Stellenwert zu.

Bekannte Vorschäden so wie ein BMI >25 haben ein erhöhtes Risiko eines Spätschadens.

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