Laborparameter Leistungsdiagnostik (Kurzfassung)

Laborparameter Leistungsdiagnostik (Kurzfassung)

Hämoglobin

Das Hämoglobin (Hb) ist der rote Farbstoff der Erythrozyten und bindet den Hauptteil (70%) des im menschlichen Körper gespeicherten Eisens. Das Hämoglobin hat die Aufgabe, den für alle Lebewesen lebenswichtigen Sauerstoff von der Lunge zu den Muskeln zu transportieren. Auf dem Rückweg in die Lunge transportiert das Hb das vom Metabolismus gebildete und mit der Atemluft auszuscheidende Kohlendioxid.

Erythrozyten

Aufgabe der roten Blutkörperchen ist der Sauerstofftransport, den sie mit Hilfe des roten Blutfarbstoffes bewerkstelligen. Die roten Blutkörperchen enthalten den roten Blutfarbstoff, das Hämoglobin. Ein gesunder erwachsener Körper verfügt über rund 25 000 Milliarden roter Blutkörperchen. Die normale Lebensdauer eines Erythrozyten beträgt etwa 120 Tage. Das rote Blutkörperchen geht (nach Verbrauch seiner Energiereserven) durch Alterung zu Grunde. In gleichem Maße wie alte rote Blutkörperchen absterben, entstehen neue im Knochenmark.

Hämatokrit

Der Hämatokrit bezeichnet den Anteil der zellulären Bestandteile am Volumen des Blutes und ist ein Maß für die Zähigkeit des Blutes. Blut ist etwa viermal dickflüssiger als Wasser. Steigt der Hämatokrit, nimmt also die Zähigkeit des Blutes zu. Dabei erhöht sich der Strömungswiderstand in den Blutgefäßen, was zu einer Mehrbelastung des Herzens und zu einer geringeren Durchblutung der Organe führt.

Laktat

Wenn während einer intensiven Ausdauerbelastung der über die Atmung aufgenommene Sauerstoff nicht ganz ausreicht, um den im Muskel benötigten Energiebedarf (ATP, energiereiche Phosphate) zur Muskelkontraktion zu decken, entsteht das saure Stoffwechselprodukt LAKTAT. Laktat ist das Endprodukt des anaeroben laktaziden Stoffwechsels und der beste Indikator für die objektive Beurteilung der Ausdauerleistungsfähigkeit. Bei steigender Belastung nimmt die Laktatbildung und -elimination (-beseitigung, Verstoffwechslung) zu; dabei wird irgendwann eine Intensität erreicht, bei der die Bildung gerade noch der Elimination entspricht.

Diesen Bereich von 4 mmol/l Laktat bezeichnet die Sportmedizin als:

  • maximales Laktat Steady State (maxlass),
  • aerobe/anaerobe Schwelle oder
  • Fettstoffwechselgrenze

Harnstoff

Harnstoff ist das Hauptendprodukt des Eiweiß- und Aminosäurestoffwechsels. Aus dem Stickstoff, der beim Eiweißabbau anfällt, wird in der Leber Ammoniak gebildet. Aus Ammoniak (NH3) und Kohlendioxid (CO2) entsteht Harnstoff. Harnstoff wird zu 90 Prozent über die Nieren ausgeschieden, der Rest mit Schweiß und Darmsekreten.

Da Harnstoff in den Nieren aus dem Blut filtriert wird, ist er ein Parameter zur Beurteilung der Nierenfunktion. Allerdings kommt es erst bei einer Funktionseinschränkung von 50 bis 70 Prozent zu einem Anstieg des Harnstoffs im Blut. Außerdem ist der Harnstoffspiegel im Blut auch bei gesteigertem Eiweißabbau erhöht.

Harnstoff – Wert zu hoch

Ursachen, die nichts mit der Funktionsfähigkeit der Niere zu tun haben und vom Arzt als prärenale, also der Niere vorgelegene Ursachen, bezeichnet werden, sind:

  • Viel eiweißreiche Nahrung
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Hungerzustände
  • Starkes Schwitzen

Harnsäure

In Zellen sind viele Stoffe, die chemisch betrachtet ein Purin-Grundgerüst haben. Purinkörper bestehen aus 2 stickstoffhaltigen Ringen. Sie finden sich z.B. im genetischen Material der Zellen (DNS, RNS) und in Energieträgern (ATP, GTP). Beim Abbau all dieser Stoffe kann Harnsäure entstehen.

  • Der größere Teil der Harnsäure des Blutes entsteht durch den Abbau körpereigener Purinkörper (z.B. beim Abbau von Zellen).
  • Der etwas kleinere Teil der Harnsäure entsteht aus den mit der Nahrung zugeführten Purinkörpern (bes. in Fleisch und Innereien sind Purinkörper).
  • Die Harnsäure ist das Endprodukt der Purinkörper. Sie wird beim Menschen nicht mehr weiterverarbeitet sondern nur mehr ausgeschieden.

Wo wird Harnsäure hergestellt und wo ausgeschieden?

Gebildet wird sie praktisch nur in der Leber und im Dünndarm.
Der größte Teil der anfallenden Harnsäure wird über die Niere in den Harn, ein kleiner Teil über den Darm ausgeschieden.

Warum hat man zu hohe Harnsäurespiegel?

Prinzipiell kann daran Schuld sein:

  • eine zu hohe Eigenproduktion (seltene Erkrankungen)
  • eine zu geringe Ausscheidung in der Niere (häufigste Ursache!)
  • eine zu hohe Purinkörper- oder Alkoholzufuhr in der Nahrung (häufige Zusatzfaktoren)
  • vermehrter Zellabbau (z.B. zu hartes Training)
  • und natürlich eine Kombination dieser Ursachen

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