Homotoxikologie

Homotoxikologie

Die klassische Homöopathie nach Hahnemann (1811) orientiert sich zu Therapiefindung am sogenannten Arzneimittelbild. Es besagt, dass sich Krankheitssymptome spiegelbildlich zu solchen Arzneisymptomen verhalten, die gesunde Probanden nach Einnahme einer Urtinktur oder Potenz entwickeln. Das daraus ableitbare Wirkprinzip ist die SIMILE – REGEL.

Ähnlichkeitsprinzip ( Simile – Prinzip ) :

Das Ähnlichkeits- oder Simileprinzip – „similia similibus curentur” („Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt”) – besagt, dass eine Krankheit durch ein Mittel geheilt werden soll, das bei einem gesunden Menschen ähnliche Symptome hervorrufen kann wie sie der Kranke aufweist: „Man ahme der Natur nach, welche zuweilen eine chronische Krankheit durch eine andere hinzukommende heilt und wende in der zu heilenden Krankheit dasjenige Arzneimittel an, welches eine andere, möglichst ähnliche künstliche Krankheit zu erzeugen imstande ist, und jene wird geheilt werden; similia similibus curentur.”

Die Entwicklung dieses zentralen Prinzips der Homöopathie geht auf einen Selbstversuch Hahnemanns zurück, mit dem er herausfinden wollte, wie die damals schon als Mittel gegen Malaria bekannte Chinarinde wirkt. Bei diesem Selbstversuch nahm Hahnemann als gesunder Mensch Chinarinde ein und beobachtete an sich das vorübergehende Auftreten von Symptomen, die denen der Malaria ähnelten. Daraufhin vermutete er, dass eine solche Fähigkeit, ähnliche Symptome zu erzeugen, möglicherweise ursächlich für die Heilwirkung der Chinarinde bei Malaria sei. Er unternahm nun weitere Selbst- und Fremdversuche und hielt Ausschau nach weiteren Mitteln, auf die seine Vermutung zutreffen könnte. Schließlich erhob er die von ihm angenommene Wirkungsweise zu einem allgemeinen Prinzip der Arzneiwirkung, dem Ähnlichkeitsprinzip.

Hahnemann verzichtete zunächst auf Versuche einer theoretischen Begründung. In seinem Spätwerk bezog er sich – offensichtlich bemüht um eine nach damaligen Maßstäben wissenschaftliche Begründung – auf vitalistische Vorstellungen („Umstimmung der Lebenskraft”). Hahnemanns Selbstversuch mit Chinarinde war zwar von ihm selbst schriftlich dokumentiert worden, konnte aber bis heute nicht reproduziert werden. Inzwischen ist bekannt, dass Chinarinde bzw. das darin enthaltene Chinin durch Eingreifen in den Fortpflanzungszyklus der Malariaerreger wirkt und dass das Mittel im Allgemeinen nicht die von Hahnemann beschriebenen Symptome hervorruft. Möglicherweise handelte es sich bei diesen um eine allergische Reaktion aufgrund einer Sensibilisierung für Chinin (Hahnemann hatte das Mittel bereits früher gegen ein „Quartanfieber” eingenommen).

In der Geschichte der Medizin lässt sich das Simile-Prinzip ansatzweise bereits im Corpus Hippocraticum und den Schriften des Theophrast von Hohenheim (Paracelsus) finden. Voraussetzung für die Anwendung des Ähnlichkeitsprinzips in der Homöopathie ist zum einen die Kenntnis der Wirkung der homöopathischen Mittel (siehe Homöopathische Arzneimittelprüfung) und zum anderen die exakte Erfassung des Symptombildes des Patienten in der homöopathischen Anamnese (siehe Wahl des Mittels ).

Kleine Gaben – Große Wirkung:

Die Homöopathie arbeitet immer mit der minimalsten Dosis, dahinter steht der Gedanke, daß die Lebenskraft – Hahnemanns Dynamis – eine geistige Kraft ist, die nur durch eine andere geistige Kraft beeinflußt werden kann.

Da Hahnemann die Erfahrung machte, daß eine unverdünnte Arzneitinktur so stark sein kann, daß die unmittelbare Wirkung, der Primäreffekt, eine Vergiftung und damit Verschlimmerung bedeutet, verdünnte und verschüttelte er seine Tinkturen bis der Primäreffekt so schwach war, daß kein Schaden mehr angerichtet wurde. Die auf den Primäreffekt folgende Reaktion des Organismus ist der Sekundäreffekt, es ist die Gegenwirkung. Sie stellt mehr oder weniger das genaue Gegenteil der „primären” Symptome dar. Aus den pharmakologischen Studien ist bekannt, daß hoch verdünnte Arzneistoffe statt des Primäreffektes – direkter Schaden – den Sekundäreffekt voll bewahren: Eine gegenteilige Wirkung der hochverdünnten Substanz.

Diese Entdeckung Hahnemanns wurde später von der Schulmedizin übernommen im sogenannten „Arndt-Schulz-Gesetz”: Jedes Medikament hat in kleinen Dosen eine stimulierende, in größeren eine inhibierende (behindernde) und in sehr großen Dosen eine tödliche Wirkung.”

In den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts präsentierte der deutsche Arzt Karl Koetschau dieses Gesetz als „Typ-Wirkungs-Hypothese”:

  1. der stimulierende Effekt kleiner Dosen
  2. der anfangs stimulierende, dann inhibitorische Effekt mittlerer Dosen
  3. der nur kurz stimulierende, dann vergiftende und zum Tode führende Effekt hoher Dosen

Diese Effekte wurden von mannigfaltigen Studien belegt. Geringe Dosen von Chemotherapeutika unter dem Inhibitionsniveau können Bakterien zum Wachstum anregen, eine Stimulation, die in Krankenanstalten auftreten kann. (Garrod 1951).

Medikamente wie Narkotica, Tranquilizer, Cortison, ACTH, Adrenalin etc. können je nach Dosiskonzentration völlig entgegengesetzte Wirkungen haben, statt Betäuben wieder Erwachen, statt Ruhe Unruhe etc.

Verbrennungen 3. Grades wurden erfolgreich mit 0,5% Silbernitrat-Lösung behandelt, eine höhere Konzentration führt aber zu Gewebezerstörung. (Hartford Burn Clinic 1969).

Röntgenstrahlung verursacht Tumore und wird – paradoxerweise – auch zur Tumorbehandlung eingesetzt. (Erstmals eingesetzt 1896 von Emil Grubbe – Homöopath-, Medical College Chicago)

Die Schulmedizin hat mit dieser biphasischen Wirkung von Medikamenten Schwierigkeiten, sie glaubt an eine direkte Wirkung des Stoffes auf die „Krankheit” und sieht weniger den Organismus als lebendes System, was Fremdstoffe aufnimmt, bearbeitet, umbaut und nach eigenen Gesetzen einsetzt und auch entsorgt. Wie zum Beispiel Antibiotika genau wirken weiß man nicht, man nimmt an, daß sie direkt auf die Mikroorganismen einwirken.

Die Homöopathie ist immer davon ausgegangen, den gesamten Organismus mit sehr kleinen bis ultramolekularen Gaben zu reizen, um den Gesundungsprozeß einzuleiten.

Homotoxikologie

Die Homotoxikologie ist eine von Hans-Heinrich Reckeweg begründete Lehre über die Auswirkungen von Giftstoffen (Toxine) auf den menschlichen Körper.

Homotoxine:

Unter dem Begriff Homotoxine werden die für den Menschen giftigen Stoffe zusammengefasst. Dieser Begriff wurde von Reckeweg so gewählt, weil nicht alle Schadstoffe und Gifte für alle Lebewesen gleich oder überhaupt giftig sind. Für den Menschen giftige Stoffe können von aussen (exogen) einwirken oder zugeführt werden oder im Körper selbst durch physiologische oder pathologische Reaktionen entstehen (endogene Homotoxine). Zu den exogenen Homotoxikosen gehören Umwelt- und Umfeldnoxen, sowie iatrogene Schadstoffwirkungen vor allem durch Arzneimittel. Endogene Homotoxine fallen aus Stoffwechselstörungen und durch mikrobielle Produkte an. Für die ständig und unübersehbar wachsende Zahl chemischer Syntheseprodukte und denaturierter Naturstoffe fehlt dem Körper die Zeit zu einer evolutionären Adaption. Dies und die Menge der anfallenden Schadstoffe in der Biosphäre ist die Ursache für die zunehmende Bedeutung der Homotoxine.

Homotoxikosen:

Homotoxikosen sind Belastungen mit Homotoxinen und / oder Krankheiten die durch Homotoxine ausgelöst und unterhalten werden.

Exogene Homotoxikosen:

Darunter versteht man alle auf den Menschen negativ einwirkenden Umweltfaktoren. Schadstoffe ( Noxen ) können aus natürlichen und anthropogenen Quellen stammen, man unterscheidet dabei Außenweltbeslastung durch Schadstoffe in Wasser, Luft und Boden und Innenraumbelastungen durch Schadstoffe in Wohnräumen. Jede Form der Umweltbelastung kann Ursache von akuten oder chronischen Erkrankungen sein. Eine Vielzahl von Noxen wirken dabei auf den menschlichen Organismus ein, was kausale Zusammenhänge nicht immer beweisbar macht. Zu dem gilt es nicht nur den Schadstoff an sich zu berücksichtigen, sondern auch die allgemeinen Lebensbedingungen. Für die Wirkung entscheidend sind die Art der Aufnahme in den Körper (Nahrung, Atmluft), die Verteilung der Noxen im Körper, die Zeit bis zur Ausscheidung und die Möglichkeit der Verstoffwechselung. Weiter gilt zu beachten, dass Schadstoffe eine entweder dosisabhängige Wirkung oder auch in kleinsten Mengen schädlich sein können, nicht bei jedem Menschen die gleichen Krankheitssymptome hervorrufen und zwischen Einwirkung und Symptombildung eine lange Latenzzeit liegen kann, was zusätzlich weitere Rückschlüsse auf die Art der Noxe erschwert.

Iatrogene Homotoxikosen:

Fast jedes Arzneimittel kann potentiell in Abhängigkeit von Dosis und Dauer Giftwirkungen im Organismus entfalten. Diese iatrogenen Homotoxikosen werden meist unter dem Begriff „ unerwünschte Nebenwirkungen” registriert; nicht weniger bedeutsam sind die unüberschaubaren Wechselwirkungen.

Endogene Homotoxikosen:

Im engeren Sinne gehören dazu die eiweißartigen Homotoxine, die endogenen intermediären Homotoxine. Im Körper kann jedes physiologische Intermediärprodukt, dessen Weitermetabolisierung nicht funktioniert zu einem Homotoxin werden. Dies trifft für die meisten angeborenen, aber auch erworbenen Stoffwechselstörungen zu.

Mikrobielle Endotoxine:

Besonders Bakterien und Pilze bilden auch Endotoxine, die von Gesundheitsbeeinträchtigung bis zum tödlichen Schock führen können.
Mikrobielle Endotoxine resultieren aus Zellwandbestandteilen und deren Abbaupodukten.

Homotoxone:

Chemische Reaktionsprodukte aus Verbindungen von Homotoxinen untereinander oder von Homotoxinen mit anderen Stoffen ( z.B. Metoboliten ) , wobei bei der Verbindung die Gifteigenschaft verloren geht.

Retoxine:

Sekundäre Verbindungen von Homotoxonen mit körpereigenen Metaboliten. Rückwirkung von Toxinen auf körpereigene Strukturen. Die Rückgriffe entstehen wenn es dem Körper nicht mehr gelungen ist, die Giftstoffe über die Exkretion oder die Entzündung ( Imprägnationsphase) zu eliminieren.

Biologischer Schnitt

Es handelt sich dabei um eine Grenzlinie im Toxinabwehrvermögen, welche die Grenzstelle zwischen noch möglicher Eigenregulation und Regulationsstarre markiert.
Klinisch markiert der Biologische Schnitt die Grenzzone zwischen akuten und subakuten einerseits und chronischen und degenerativen Krankheiten andererseits. Morphologisch ist der Biologische Schnitt die Grenze zwischen noch normaler Gewebe-Grundstruktur mit entsprechendem Reaktionspotential und irreversiblen veränderten Strukturen die zu adäquaten Entgiftungs- und Eliminierungsleistungen nicht mehr fähig sind. Der Biologische Schnitt liegt in der Matrix. Er markiert die verwachsene Grenzzone zwischen Depositions( Ablagerungs)- Phase und Imprägnationsphase.

Die Phasenlehre nach H.-H. Reckeweg

wurde erstmals unter dem Titel „ Austauschwirkung, Homotoxine und Krankheitsabschnitte 1952 der medizinischen Fachwelt vorgestellt. Die tragenden Säulen waren und sind auch heute noch die „ Sechs-Phasenlehre, der Biologische Schnitt und das Vikarationsphänomen.
„ Krankheiten entstehen durch Menschengifte ( Homotoxine ), welche in Austauschwirkung ( Vikariation ) in den Geweben unterschiedliche Krankheiten hervorrufen”.

Die Einteilung erfolgt in :

  1. Dreiteilung – humorale, Matrix- und zelluläre Phasengruppe Vikariationsprinzip
  2. Sechs Phasen
    • Exkretionsphase
    • Inflammationsphase
    • Depositionsphase
    • Imprägnationsphase
    • Degenerationsphase
    • Differenzierungsphase

Der menschliche Organismus wird in drei ökologische Räume gegliedert:

  • Extrazellulärer Flüssigkeitsraum ( Transportwasser , ca. 5% des Körpergewichts);
  • Interstitieller Flüssigkeitsraum ( Reserveraum, 15% des Körpergewichts);
  • Intrazellulärer Flüssigkeitsraum (Stoffwechselraum, Lebensprinzip, 50% des Körpergewichts).

Die Abgrenzung dieser Räume ist durch den unterschiedlichen Mineralgehalt belegt und die unterschiedliche funktionelle Rolle ausgewiesen.
Die extrazelluläre Phase (Matrix) ist nicht nur Flüssigkeitsreserveraum, der den Gewebetonus und das Flüssigkeitstransportvolumen kontrolliert, sondern auch Filter- und Zell-Schutzraum.

Die Transitstrecke zwischen humoralem System und Intrazellulärem ist gleich Filterstation, welche schädliche Stoffe von der Zelle fernzuhalten hat. Dazu dienen Makromoleküle mit hoher Bindungskapazität und polarer Ladungsdifferenz. Diese Bindungs- und Entgiftungsfunktion ist es, welche die Matrix bei vielen Dauerüberbelastungen selbst zum Ort des Krankheitsgeschehen werden lässt. Dies ist bei vielen chronischen Krankheiten, angeborenen Stoffwechselstörungen, Kollagenosen us.w. der Fall. Die Überlastung der Grundsubstanz mit körperfremden nicht – metabolisierbaren körpereigenen Metaboliten führt zur Imprägnation und Degeneration des geweblichen Verbundsystems.

Vikariationsprinzip :

Der Begriff Vikariation ist Ausdruck eines dynamischen Prozesses. Die Wechselbeziehungen zwischen einem Biosystem und den schädigenden Noxen ändern sich dabei laufend. Geht man von den akuten Reaktionen auf Schadstoffe aus, so wird die biologische Situation des betroffenen Menschen um so schlechter, je stärker die Gewebsveränderungen werden. Bis zum Biologischen Schnitt sind Selbstregulation und Heilung möglich, jenseits davon sind Wandlungen zur Besserung nur mit medizinscher Hilfe möglich.

Diese Verschiebung versucht der Begriff Vikariation wiederzugeben..

Ändert sich das Krankheitsgeschehen zugunsten des Kranken, so bezeichnet man dies als positive (regressive) Vikariation, von einer negativen (progressiven) wenn es einen ungünstigen Verlauf nimmt.

Exkretionsphase :

Exkretion bedeutet äußere oder exokrine Sekretion von Drüsen mit einem Ausführungsgang nach außen. Durch Bindung, Dispersion oder Lösung der Schadstoffe in den Sekreten können diese mitausgeschleust werden. ( Haut, Schleimhaut).

Die Exkretionsphase ist geprägt vom Versuch des Körpers mittels Steigerung der physiologischen Ausscheidungsmechanismen sich nicht metabolisierbaren, schädlichen oder giftigen Stoffe zu entledigen. Der Organismus bedient sich um die Exkretion in Gang zu bringen, d.h. um Sekrete in eine transportable Form zu bringen und daran gebundene Schadstoffe auszuscheiden, vielfach vorgeschalteter biochemischer (pH-Wert, Elektrolytverschiebung, Enzymkonzentration) und physikalischer ( Hyperämie, Peristaltik – Antiperistaltik, SteigerungdesSekretvolumens ,Flimmerbewegung, Filtration) Mechanismen. Mechanismen dazu sind Schwitzen (Schweißsekretion), Durchfall, Erbrechen, Husten, Schnupfen, Hautexsudationen ( Hautsekretionen – Bläschen, Urtikaria), gesteigerte Schleimproduktion, gesteigerte Tränen-, Gallen- und Harnfluß.

Funktionierende Voraussetzungen sind jedoch:

  • die innere und endokrine Sekretion ( Abgabe eines Drüsensekretes in die Blutbahn),
  • die parakrine Sekretion ( Übergabe eines Sekretes an die Nachbarzelle ),
  • die autokrine Sekretion ( sekretorische Wirkung eines Zellsekretes auf die Zelle selbst ),
  • die intrakrine Sekretion ( sekretorische Wirkung des Produktes einer Zellorganelle auf die Zelle ).

Da viele Fremdsubstanzen und Toxine durch den Zellstoffwechsel geschleust werden müssen, spielen diese inneren Hilfsmechanismen für die Ausscheidung eine wichtige vorbereitende Rolle. Eine gesteigerte Aktivität der exokrinen Drüsen ist abhängig von nervalen Impulsen.

Ausscheidungsorgane haben die differenzierte Aufgabe, Stoffe, die für die Existenz des Biosystems lebensnotwendig sind, an Filtereinrichtungen zurückzuhalten, dagegen Stoffe, die unbrauchbar oder schädlich sind zu eliminieren.Wo die Filter zu grob sind (z.B. Glomeruli der Nieren ), sorgen Rückresorptions-Vorrichtungen für die Wiedergewinnung essentieller Stoffe. Haut und Schleimhäute mit ihren Drüsensystemen sind neben Leber und Nieren die Hauptentgiftungsorgane des Menschen. In dieser ersten Phase haben die Toxine die Organe oder Zellen noch nicht geschädigt. Vielmehr sind die Giftstoffe abgelagert oder in überschießender reaktiver Form zur Ausscheidung gebracht wordenDie Fermente sind intakt; es besteht eine Selbstheilungstendenz. Die Prognose ist günstig, wobei Fieber und entzündliche Prozesse keinesfalls brüsk unterdrückt werden dürfen.

Inflammationsphase:

Die Inflammationsphase ist gekennzeichnet durch akute, exsudative Entzündung. Entzündung (inflammatio) ist der Versuch des Körpers mittels Aktivierung des Gefäßbindegewebes und Endstromsystems die Stoffwechselvorgänge zu beschleunigen und zu intensivieren. Leitsymptome der Inflammationsphase sind die klassischen Entzündungszeichen: rubor (Rötung); calor (Hitze); tumor (Schwellung); dolor (Schmerz); functio laesa (Funktionsminderung). Nervale Impulse und Hormone steuern den Entzündungsvorgang, wobei es dabei zu allgemeinen Auswirkungen wie Fieber, Leukozytose ( bei bakteriellen Infektionen ) oder Leukopenie ( bei viralen Infektionen ) kommt.

Lokal ist die akute Entzündung gekennzeichnet durch:

  • Hyperämie
  • Erweiterung der Kapillaren
  • Flüssigkeitsaustritt
  • Zellaustritt
  • Bildung freier Radikale.

Depositionsphase:

ist Folge des Versagens des Exkretions- und Entzündungsmechanismus. Die körperfremde oder körperentfremdete Noxe kann vom Körper nicht mehr eliminiert werden; sie wird im Gewebe abgelagert (deponere = niederlegen, ablagern), wobei sich ein labiles Wechselspiel zwischen Schadwirkung und Abwehrvorgängen einstellt. Prototyp der Depositionsphase ist die chronische Entzündung. Bei chronischem oder rezidivierendem Verlauf steht morphologisch die Zellproliferation (Wucherung) bis zur Granulombildung (knötchenartige Neubildung aus Entzündungszellen) im Vordergrund.

Klinische Ausdrucksformen sind :

  • Lymphknotenvergrößerung
  • Tonsillenhyperplasie
  • adenoide Vegetationen ( umgangssprachlich Polypen)
  • Schleimhauthypertrophie
  • Splenomegalie, Hepatomegalie

Hauptlokalisation der chronischen oder chronisch-rezidivierenden Auseinandersetzung zwischen Gewebe und Deposit (Noxe) ist die Matrix.
Die Zelle selbst reagiert zwar mit Zellvermehrung, bleibt aber in Form und Funktion intakt.

Imprägnationsphase:

Die Imprägnationsphase bringt das Festsetzen einer Fremdsubstanz im Gewebe zum Ausdruck. Die ortsfremde Substanz durchdringt die Gewebestruktur, wird Teil der Strukturierung. Durch funktionelle Überforderung und materielle Überladung der Matrix wird die Transitstrecke zwischen Säftestrom und Zelle behindert oder sogar blockiert. Die Zelle wird dadurch vom Stoffwechselaustausch mit dem Extrazellularraum isoliert, Intermediärprodukte sammeln sich an, es kommt zu Speicherphänomenen.

Man spricht dann vom Kondensationsprinzip: Kommt es im Laufe einer Homotoxinüberbelastung (durch fehlende oder unzureichende Abbau- oder Eliminierungsleistungen) zu einer pathologischen Ansammlung von Fremdsubstanzen, spricht man von einer Verdichtung, Akkumulation oder Kondensation. Diese Kondensation spielt sich primär im Filternetz der Grundsubstanz ab.
Solange es sich um Ablagerungen (Depositionen) in de Matrix handelt, ohne dass die Struktur der Grundsubstanz grob verändert wird, kann die Filter- und Schutzfunktion für die Zelle noch wahrgenommen werden. Wird die Grundsubstanz jedoch durch Fremdstoffe, Toxine oder körperentfremdete Eigenstrukturen überlastet, verliert sie ihre Schutzfunktion für die Zelle und wird selbst zum Zentrum für Krankheitsgeschehen.

Das Spektrum der daraus resultierenden Krankheiten umfasst:

  • angeborene Stoffwechselkrankheiten mit Metabolitenstau
  • Speicherkrankheiten
  • Kollagenosen
  • Schwer- und Leichtmetalltoxikosen

Die dem Fließsystem des Körpers entzogenen, zunächst in der Matrix deponierten, später in die Gewebe imprägnierten Homotoxine führen zur Degeneration. Die letztlich schutzlos den Fremdstoffen ausgelieferte Zelle ist in der Wahrung ihrer genetischen Information und der darauf basierenden Stoffwechselfunktionen bedroht und kann entdifferenzieren. Damit wird die Kondensation von Homotoxinen, im Sinne schädlicher Stoffe und Einflüsse, zum Schlüsselproblem für degenerativen Leiden und Neoplasmabildung.

Der Biologische Schnitt, die Grenzlinie zwischen noch möglicher Selbstregulation und Selbstheilung einerseits und dem Versagen der Selbstregulation andererseits, verläuft zwischen Depositionsphase und Imprägnationsphase.

Degenerationsphase:

Die Degenerationsphase erklärt die Dauerschädigung eines Gewebes, deren Folgen Funktionsminderung und Strukturänderungen sind. Der Ort des pathologischen Prozesses verlagert sich dabei über die Matrix hinaus in die Zellen selbst. Strukturveränderungen der Zellen und Verteilungsveränderungen der Zelltypen im Gewebe prägen das morphologiche Bild; klinisch stehen die Funktionsminderungen im Vordergrund.Art der Zellveränderungen und Lokalisationseigenheiten haben zu verschiedenen Spezialbegriffen der Degeneration geführt. hydropische, hyaline, amyloide, zirrhotische Degeneration.

Klinische Ausdrucksformen unter anderem sind:

  • Fibrose
  • Sklerose
  • Zirrhose
  • Narben
  • Keloide
  • Atrophie
  • Nekrobiose

Die Degeneration kann eine Übergangsform oder Vorstufe zur Dedifferenzierung sein, unterscheidet sich insofern, als sie noch in die hierarchische Ordnung des Organismus intergriert ist.

Entwicklungsbiologisch gesehen ist die Degeneration ein Rückschritt von der Gewebedifferenzierung in ein Art Keimblattstadium. Diese Rückentwicklung geht meist in Richtung primitiver Bindegewebszellen, die wie beim embryonalen Mesenchym die Räume vorher spezialisierter Zellen einnehmen. Leber – Zirrhose und Sklerosen ( tuberöse, multiple Sklerose ) sind typische Beispiele dafür. Primitive Bindegewebszellen sind offensichtlich anspruchsloser und können auch unter schlechten Milieubedingungen (Nährstoff-, Sauerstoffmangel) leben, und unter diesen Bedingungen bilden sie sich dann zu Fibroblasten zurück.

Dedifferenzierungsphase:

Diese (schicksalshafte) Phase beinhaltet das Verlassen der für einen Zelltyp charakteristischen Form und Funktion in Richtung undifferenzierter, nicht spezialisierter Zellformen; damit verbunden ist ein Ausscheiden aus dem hierarchischen Ordnungssystem eines Organismus. Das Prinzip besteht in einem Rückschaltvorgang bis in embryonale Stukturen.

Dazu erläuternd:

Die sauerstofffreie Entwicklungsepoche des befruchtenden Eies ist gekennzeichnet durch Teilung ohne Differenzierung. Diese kommt erst in Gang nach der Nidation des Eies in die Uterusschleimhaut und den damit verbundenen Anschluss an die Energiegewinnung durch Sauerstoff.
Für Zellteilung und Zellwachstum reicht die Glykolyse (Zuckerspaltung) aus, für die Differenzierung ist die Sauerstoffutilisation (Oxidation) notwendig.
Beim malignen Tumor handelt es sich um einen zur embryonalen Frühentwicklung reziproken Vorgang, eine Rückschaltung von der Zelldifferenzierung auf die Zellteilung ohne oder bei unvollständiger Differenzierung. Je unreifer (=embryonaler) ein Tumor ist, um so rascher pflegt er zu wachsen, um so maligner ist er.

Beispiele:

  • Epithel – Karzinom
  • Bindegewebe – Sarkom

Dedifferenzierung ist Verlust der Zellspezifität, wobei die eigentliche Funktion der Zelle verloren geht.
Das betroffene Areal des Biosystems schaltet auf frühembryonale – anoxidative – Verhältnisse zurück: Zellteilung ohne Zelldifferenzierung

Antihomotoxische Therapie

Ziel der antihomotoxischen Medizin ist die Verhütung und Beseitigung von Homotoxinen, also Gifteinwirkungen auf den Menschen.
Für die Wahl der Verfahren und Mittel ist die biologische Phasengliederung nach Reckeweg ein Leitprinzip. Damit wird die individuelle biologische Situation eines Menschen in seiner Auseinandersetzung mit integritätsgefährdenden Noxen erfasst.

Prägend dafür sind folgende essentiellen Komponenten:

  • die bevorzugte Verwendung homöopathisch potenzierter Arzneimittel vermeidet wegen der hohen Verdünnungen toxische Arzneimittelwirkungen weitgehend.
  • die Individualisierung der Behandlung ergibt sich aus der Projektion der Individualsituation eines Menschen auf die Phasengliederung; diese spiegelt die qualitative und zeitliche Situation in der Auseinandersetzung mit existenzgefährdenden Noxen wider.
  • Homöopathischen Behandlungsgrundsätzen entsprechen:
    1. der Bezug auf das Arzneimittelbild bei Einzelmittel,
    2. der Einsatz von Nosoden und
    3. die Individualisierung.
  • Auf Belange von Funktionsketten und Stoffwechselzyklen sind Kombinations- und Komplexmittel abgestimmt. Damit wird der Vernetzung physiologischer und pathologischer Vorgänge in Biosystemen Rechnung getragen.
  • Regulatorische Ziele werden mit potenzierten Organpräparaten angestrebt ; sie bewerkstelligen als Einzelmittel oder in Komposita die Vorrausetzungen für Strukturelle Reparation und funktionelle Regeneration.
  • Intermediäre Katalysatoren, Intermediär-Produkte und Co-Faktoren haben die Aufgabe, Lücken in Stoffwechselketten zu schließen und damit die Dynamik der Funktionsabläufe wieder herzustellen.
  • Homöopathisierte Allopathika benützen den Umkehreffekt hoher Verdünnungen zur Bahnung der Eliminationsmechanismen von Homotoxinen.
  • Aus dem Synergismus des antihomotoxischen Arzneimittelschatzes ergeben sich informative, regulatorische und materiell-substitutive Wirkungen, deren Wahl individuell zu gewichten ist.

Therapeutische Mittel

Homöopathische Arzneimittel

Homöopathische Arzneimittel werden aus Stoffen nach den Vorschriften offizieller homöopathischer Arzneimittel hergestellt, die Rahmenbedingungen sind in den Homöopathischen Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft festgelegt.

Charakterisiert sind homöopathische Arzneimittel durch

  • die Herstellung stufenweiser Verdünnungen mittels Verschüttelung oder Verreibung (Potenzierung).
  • die Arzneimittelprüfung am Gesunden,
  • die Anwendung nach dem Ähnlichkeitsprinzip.

Die Ausgangssubstanzen entstammen verschiedenen Stoffkategorien:

  • Anorganische Stoffe:
    Elemente, Spurenelemente, Mineralien, Metalle, Metalloide, Salze, Säuren
    Beispiel: Gold, Silber, Quecksilber, Schwefel, Zink, Kalziumphosphat, Jod, Salizylsäure, Salpetersäure.
  • Pflanzen:
    verwendet werden ganze frische oder getrocknete Pflanzen oder Teile derselben wie Rinde, Wurzel, Früchte, Samen.
    Beispiel: Arnica, Aconitum, Echinacea .
  • Organe:
    Ausgangsstoffe bilden Gewebe, Zellen, Zellkompartimente, Filtrate, Hydrolysate, Sera, Inkrete und Sekrete. Wie bei den Pflanzen handelt es sich hier in der Regel um Mehrstoffgemische.
  • Tierprodukte:
    Verwendet werden ganze oder Teile von Tieren, deren Sekrete und Gifte.
    Beispiel: Honigbiene, Schlangengifte
  • Nosoden
    Nosoden sind Präparationen aus Krankheitsprodukten von Mensch und Tier, einschließlich der Erreger, Gewebe und pathologischen Sekrete. Die Ausgangsmaterialien werden vor der Aufbereitung sterilisiert.
    Beispiel : Tuberculinum ( Tuberkulose-Nosode), Medorrhinum (Gonorrhö-Nosode).

Homöopathische Einzelmittel

Nach biographischer Aufbereitung versucht der homöopathisch behandelnde Arzt ein Arzneimittel zu finden, welches in höherer Dosierung eine ähnliche Symptomenkonstellation beim Gesunden hervorrufen kann.
Damit strebt er an, das Krankheitsbild und das Arzneimittelbild in Übereinstimmung zu bringen. Je nach Annäherung bzw. Deckungsgleichheit wird er ein Similie oder eine Annäherung zwischen Krankheits- und Arzneimittelbild finden.

Komplexe Einzelmittel:

Arzneimittel, welche sich aus zwei oder mehreren Elementen zusammensetzen, in Verbindungen wie sie auch in der Natur und in Biosystemen vorkommen.
Beispiel: Calcium carbonicum (in Koralle, Dolomit) – Calcium fluoratum (im Knochen) – Calcium phosphoricum (im Knochen).

Kombinations-Einzelmittel:

Einzelmittel mit Komponenten verschiedener Stoffe oder Stoffgruppen in einer Zusammensetzung , wie sie in der Natur nicht vorkommt. Es handelt sich dabei um eine fixe Kombination, die als Einzelmittel deklariert werden, weil sie einem Arzneimittelbild zuzuordnen sind; z.B. Zincum valerianicum (mineralisch + pflanzlich), Barium oxaluccinicum (mineralisch + Co-Katalysator).

Potenzaccorde:

Abgestimmte Vereinigungen verschiedener Potenzierungsstufen eines homöopathischen Einzelmittels.
Sinn der Potenzaccorde ist eine Vertiefung der Wirkungen. Sie wirken schneller, tiefer, beständiger und sind mit weniger Nebenwirkungen verbunden. Folgende Orientierungsmaxime kann den verschiedenen Potenzierungsbereichen zugesprochen werden:

  • Tiefpotenzen: Substitution (Wirkung auf Materie und Strukturen),
  • Mittelpotenzen: Regulation (Wirkung auf Funktionsketten),
  • Hochpotenzen: Information (über den Umgang mit einem Stoff).

Potenzaccorde empfehlen sich bei Störungen, die mehrere oder alle Hierachieebenen eines Organismus betreffen. Dies trifft vor allem bei chronischen Erkrankungen zu. Angeborene Stoffwechselkrankheiten, bei denen eine genetische Fehlinformation eine Fehlfunktion zur Folge hat sind ebenfalls geeignete Anwendungsgebiete der Poteznaccorde. Nebeneffekt der Potenzaccorde ist die Abschwächung oder Vermeidung der Erstverschlimmerung.

Homaccorde:

Kombinationen von zwei oder mehr homöopathisch aufbereiteten Einzelmittel, wobei diese in mehreren Potenzierungsstufen vorliegen. Es handelt sich demnach um Kombinationspräparate, die aus verschiedenen Ausgangsstoffen zusammengesetzt sind, die wiederum in mehr als einer Potenzierungsstufe vorliegen. Durch die Kombination soll einerseits das Wirkspektrum verbreitert, anderseits sollen Erstverschlimmerung und evt. Nebenwirkungen vermindert bzw. vermieden werden.

Erklärung in der Antihomotoxikologie:

Die homöopathischen Einzelmittel als Potenzenaccord und als Einzelmittel werden aufgrund der Arzneimittelprüfungen am gesunden Mensch/Tier und dem daraus resultierenden Arzneimittelbild nach der Simile-Regel : Similia similibus curantur (Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt) unter Berücksichtigung der homöopathischen Pharmazie eingesetzt. Dabei finden die chemisch-pysikalische Analytik, die unfreiwillige Intoxikation (Beobachtung), die Erkenntnisse der Erfahrungsmedizin, die Verlaufsbeobachtungen und die experimentellen Prüfungen von Stoffen am lebenden Organismus Berücksichtigung.

Homöopathische Kombinations- und Komplexmittel :

Komplexpräparate sind eine Gruppe zusammenhängender und zusammengehöriger Einzelkomponenten oder -erscheinungen. Complexus ist eine gesetzmäßige Vernetzung von Einzelbestandteilen in einem funktionellen, morphologischen oder psychischen Verbund. Sie sind damit Arzneimittel, deren Inhaltsstoffe in einem gesetzmäßigen inneren Zusammenhang stehen; sie enthalten keine verbundfremden Bestandteile. Kombinationspräparate sind aus zwei oder mehreren homöopathischen Einzelmitteln zusammengesetzte Mehrstoffpräparate, die zur Anwendung am Menschen/Tier bestimmt sind.

Die Zusammensetzung kommt in dieser Konstellation in der Natur nicht vor, kann aber durch Art und Menge der Kombinationspartner natürlichen Verbundformen angenähert werden. Die Basis für die Zusammensetzung der Kombinationsarzneimittel sind die Arzneimittelbilder homöopathischer Einzelmittel, die ergänzt sind durch toxikologische Erkenntnisse sowie Beobachtungen aus der therapeutischen Anwendung. Die Therapie mit homöopathischen Kombinationspräparaten stützt sich auf mehrere arzneilich wirksame Bestandteile, die in häufig unterschiedlicher Weise auch sehr komplexe Krankheitsbilder beeinflussen. In einem homöopathischen Komplexmittel können homöopathische Einzelmittel, homöopathisierte Allopathika, Katalysatoren, Suis-Organpräparate, Nosoden enthalten sein. Die Vielzahl der in den Kombinationspräparaten enthaltenen Inhaltsstoffen bewirkt eine Breitenwirkung, da diese Arzneimittel an verschiedenen Angriffspunkten unter dem Gesichtspunkt der ganzheitlichen Medizin ihre Wirkung entfalten. Den arzneimittelrechtlichen Rahmenbedingungen der Europäischen Union entsprechend, hat jeder arzneilich wirksame Kombinationspartner einen Beitrag zur positiven Beurteilung zu leisten. Für das Kombinationspräparat als therapeutische Einheit muss ein therapeutisches Ziel ausgewiesen werden. Aus der Angabe des therapeutischen Zieles resultiert die Begründung der Kombination. Die Begründung einer fixen Arzneimittelkombination ist um so aufwendiger, je mehr Kombinationspartner das Präparat enthält. Dabei sind die Arzneimittelbilder hinsichtlich ihrer – additiven, komplementären, konträren- Wirkungen und Wechselwirkungen koordinativ auf die Anwendungsgebiete zu projizieren und plausibel darzustellen.

Ein Beitrag zur positiven Beurteilung ist durch folgende Kriterien erfüllt, wenn aufgezeigt wird, dass mit der Kombination eine

  • Dosisreduktion der Wirkstoffe,
  • Verminderung potentieller Nebenwirkungen,
  • Erweiterung des Wirksamkeitsspektrums,
  • Abdeckung einer Symptomenvielfalt ,
  • Therapievereinfachung,
  • Erhöhung der Compliance sowie
  • Kostenreduzierung.

erreicht wird. Besonders zu begründen sind

  • Verlängerung der Wirkungsdauer
  • Beitrag zur Konstanz des Wirkungsniveaus.

Fixe homöopathische Kombinationspräparate müssen als Anwendungsgebiete ausweisen

  • eine Krankheit
  • ein Krankheitsstadium
  • ein Syndrom
  • eine funktionelle Störung eines Organs oder Organsystems.
  • Den komplex vernetzten Vorgängen in Biosystemen werden die durch Erfahrungswissen bewährten und auf organische Zusammenhänge abgestimmten Kombinationsarzneimittel in der Mehrzahl mehr gerecht als allopathische Einzelmittel aufgrund linearer Denkansätze.

Suis-Organpräparate

Organtherapeutika im Sinne des Arzneimittelgesetzes sind Arzneimittel, die ausschließlich oder überwiegend aus tierischen Organen, Organteilen, Zellen, Zellorganellen, Mikroorganismen, zellulären oder extrazellulären Flüssigkeiten homöopathisch aufbereitet, d.h. verdünnt und potenziert wurden.
Suis-Präparate sind Mehrstoffgemische, deren Identitätsmuster durch die Artspezifität des Ausgangsmaterials und die charakteristische Zusammensetzung aus biochemischen Substraten und/oder Enzymen geprägt ist. Organtherapeutika in homöopathischer Zubereitung werden aus der Vorstellung heraus angewandt, dass bei einer Schwächung oder Störung des homologen Zielorgans im Menschen durch das entsprechende Organpräparat eine Unterstützung bewirkt wird.

Man unterscheidet:

  • Organpräparate
    Aufbereitungen, die mehrere oder alle Gewebekomponenten eines Organs enthalten; neben den differenzierten Zellbestandteilen (z.B. Leber-, Nieren-, Großhirn-, Blut-, Knochenmark-, Thymuszellen) enthalten diese Präparationen noch Bindegewebe und Grundsubstanz.
  • Gewebepräparate
    Aufbereitungen aus gleichartigen differenzierten Zellen von einem vielzelligen Organismus (z.B. Knorpel-, Muskel-, Bindegewebspräparate.)
  • Potenzierte Organpräparate
    Sie werden aus Organen, Geweben oder Zellen gewonnen und enthalten die Inhaltsstoffe der Ausgangsgewebe in durch die Potenzierung verdünnten Konzentrationen. Sofern es sich um Tiefpotenzen handelt, steht die substitutive Wirkung im Vordergrund. Werden höhere Potenzierungsstufen eingesetzt, wird damit die organotrope, informative Steuerung angestrebt. Organische Potenzaccorde haben das Ziel, organotrope Information, Regulation und materielle Substitution abzudecken.

Die Wirksamkeit beruht auf folgendem Wirkmechanismus:

  • Radioaktive Markierungen und Vitalfärbung belegen übereinstimmend, dass 60-70% des applizierten organischen Materials in den korrespondierenden Organen (Geweben) nachweisbar sind.
  • Organische Präparationen von Warmblutspendern wirken organspezifisch, nicht artspezifisch
  • Organische Präparate beinhalten je nach Zubereitung alle oder einen Teil der Inhaltsstoffe des Spendergewebes und das diesem innewohnende energetische Potential
  • Das energetisch-dynamische Potential soll durch Potenzierungsschritte erhöht werden, fetale und jugendliche Ausgangsgewebe enthalten ein höheres Dynamikpotential
  • die Wirksamkeit, sie hängt von den Zubereitungsformen ab.

Potenzierte Organpräparate haben einen breiten therapeutischen Ansatz, der die Reparation struktureller Defekte und die Regulation von Fehlfunktionen beeinflussen kann. Durch Kombination mit pflanzlichen, mineralischen Stoffen und Katalysatoren können die Wirkungsspektren und ihre Wirkungsintensität verstärkt werden.

Herstellung der Suis-Präparate:

Die in der Homotoxikologie verwendeten Suis-Organpräparate sind nach Vorschriften des HAB aufbereitete Organpräparate, deren Ausgangsstoffe von gesunden Schweinen aus speziell überwachter Haltung stammen. Die Präparate haben eine direkte Strukturbeziehung zu den erkrankten Organen.
Das Schwein als Spendertier wurde ausgewählt, weil es in zahlreichen Merkmalen wie Gewebestruktur, Stoffwechsel und Biochemie sowie auch in der Anfälligkeit gegen bestimmte Infektions- und Gefäßkrankheiten mit denen des menschlichen Organismus weitgehend übereinstimmen.
Die vom Schwein gewonnenen Gewebe weisen damit eine Ähnlichkeit zu den menschlichen Geweben auf und können daher als Simile zu menschlichen Geweben angesehen werden. Der Wirkungsmechanismus beruht auf der Organaffinität der zugeführten Substanzen bzw. Reize.

Nosoden

Nosoden sind nach einer homöopathischen Verfahrenstechnik hergestellte, sterilisierte, auf Pyrogenfreiheit untersuchte Zubereitungen aus pathologisch veränderten Organen, oder Organteilen von Mensch oder Tier, ferner aus abgetöteten Kulturen von Mikroorganismen, aus Zersetzungsprodukten tierischer Organe oder aus Körperflüssigkeiten, die Krankheitserreger bzw. Krankheitsprodukte enthalten, welche dann aber nach gesetzlich genau vorgeschriebener Bearbeitung nicht mehr virulent oder infektiös sind. Nosoden werden im Rahmen der bioelektronischen Medizin und anderer Regulationstherapien als therapeutisches Konzept verwendet.

Die Anwendung der Nosoden erfolgt:

  • gemäß der symptomatischen Ähnlichkeit nach der Regel des Simillimum.
  • gemäß der anamnestisch-ätiologischen Ähnlichkeit
    Die Anwendung soll gemäss der symptomatischen Ähnlichkeit und der anamnestisch-ätiologischen Ähnlichkeit einer alten, scheinbar geheilten Krankheit erfolgen.
    An folgendem Beispiel soll dies besser verständlich gemacht werden:
    Eine Diphtherie-Nosode wird nicht bei akuter Diphtherie eingesetzt, was einer aktuellen Ähnlichkeit mit einer gerade in der Entwicklung begriffenen, akuten Krankheit entsprechen würde, sondern bei Herzerkrankungen, bei denen sich ähnliche Symptome vorfinden wie bei diphtheriegeschädigten Herzen (symptomatische Ähnlichkeit) bzw. bei Herzerkrankungen , bei denen in der Anamnese eine Diphtherie vorliegt.
  • gemäß der aktuellen ätiologischen Ähnlichkeit
    Die Anwendung erfolgt nur in Verbindung mit einem Biotherapeutika. Alle Nosoden können als spezifisches Heilmittel, als Isotherapeutikum bei der entsprechenden Krankheit verwendet werden, der sie entstammen, dabei werden sie als Zwischenmittel neben den angezeigten homöopathischen Mitteln verabreicht.
  • am Ende bzw. nach soeben durchgemachter Krankheit

Nach überstandener Krankheit stellen die Nosoden ein ausgezeichnetes Mittel dar, die im Mesenchym abgelagerten Toxine zur schnelleren Ausscheidung zu bringen. Dabei handelt rs sich nicht nur um die Ausscheidung der Erregertoxine, sondern auch um Restbestände der Erreger mit latenten Krankheitsherden sowie um nicht mehr pathogene Erregeransiedlungen Dies gilt z.B. bei Masern, Röteln, Windpocken, Grippe, Scharlach, Typhus, Diphtherie.

Die richtige Nosode oder Nosodenkombination führt bei akuten oder chronischen Krankheitszuständen in der Regel zu einem zeitlich verkürzten und abgeschwächten Krankheitsverlaufes, einschließlich der Rekonvaeszenz.

Homöopathisierte Allopathika

Nach homöopathischen Vorschriften potenzierte allopathische Arzneistoffe.
Sie werden speziell zur Behebung von Therapieschäden angewandt, und zwar nach dem isotherapeutischen Prinzip, in dem ein zum Therapieschaden führendes Therapeutikum in höherer Verdünnung als Gegenmittel zur Behebung des Schadens eingesetzt wird.
Als Wirkprinzip wird bei der antihomotoxischen Verwendung der sogenannte Umkehreffekt gemäß der Arndt-Schulz-Regel postuliert. Die besagt, dass hohe Dosen lähmend wirken und schwache Dosen stimulierend. Aus der modernen Immunologie und insbesondere der Allergologie wissen wir, dass man ein allergische Erkrankung z.B. mit hochverdünnten , d.h.. abgeschwächten Konzentrationen des die Allergie auslösenden Allergens behandelt.
Um Heilkrisen und Erstverschlimmerung zu vermeiden, ist wie bei den Nosoden empfehlenswert, diese mit einer Ausleitungstherapie über das Lymphsystem und das Urogenitalsystem , d.h. mit der Gabe von homöopathischen Drainage-Mitteln zu kombinieren. Durch allopathische Medikamente verursachte Therapieschäden werden zunächst mit hohen Potenzen ( D 30 ) der homöopathisierten Allopathika in absteigender Reihenfolge (fallende Potenzzahl) behandelt. Auf die Kombinierbarkeit von homöopathisierten Allopathika mit den Präparaten der intermediären Katalysatoren sei hingewiesen, denn gerade diese wirken sehr tiefgreifend auf der zellulären Ebene- und um eine zelluläre Phase, nach Reckewegs sechs -Phasen- Tabelle um eine Imprägnationsphase , handelt es sich in der Regel bei chronischen Arzneischäden. Durch die Katalystoren werden die Atmungskette und die energie-liefernden Stoffwechselkreisläufe auf der zellulären Ebene intensiviert, was dem Entgiftungsvorgang entgegenkommt. Mit den homoöpathisierten Allopathika ergibt sich die Möglichkeit der Behandlung bei chronisch- progredienten Erkrankungen, die durch exzessiven Gebrauch stark wirksamer Allopathika hervorgerufen worden sind. Bei der heute weltweit anzutreffenden, stetig wachsenden Überladung der Biosphäre mit unnatürlichen, belastenden Substanzen dürfte es in Zukunft unverzichtbar sein, den therapeutischen Versuch mit Hilfe solcher homöopathisierten Allopathika beim Patienten durchzuführen, wenn andere Therapeutische Versuche erfolglos waren.

Katalysatoren, Cofaktoren und Intermediärprodukte

Katalysatoren sind chemische Stoffe oder biochemische Verbindungen, die chemische Reaktionen einleiten, beschleunigen, unterbrechen, ohne selbst in die Bilanz des Vorgangs einzugehen. Katalysatoren ermöglichen oder beschleunigen die Reaktionsgeschwindigkeit, verändern aber nicht das Reaktionsgleichgewicht. Die Aktivierungsenergie der beteiligten chemischen Reaktionen wird dabei herabgesetzt. Die Katalyse kann durch Aktivatoren gesteigert, durch Homotoxine herabgesetzt oder blockiert werden. Als intermediäre Katalysatoren werden Induktoren und Aktivatoren im Bereich des Intermediärstoffwechsels bezeichnet. Bei therapeutischen Fragen ist zu berücksichtigen, dass Katalysatoren nur wirken können, wenn das Milieu stimmt. Dazu gehört in Regelkreisen und Stoffwechselketten nicht nur der pH-Wert, sondern auch entsprechende Substrate und Co-Faktoren müssen zur Verfügung stehen. Zu diesen gehören Vitamine, Elemente, Spurenelemente und Metalle. Erst durch diese Co-Faktoren werden die Katalysatoren aktiviert und damit funktionsfähig.

Coenzyme – Cofaktoren

Die Vernetzung biologischer Prozesse wird deutlich in der Abhängigkeit der Katalysatorfunktionen von Coenzymen oder Cofaktoren. Diese werden generell vom Milieu ( Temperatur, Wasserstoffionen- Konzentration) geprägt. Die Aktivität ist von Wasser abhängig. Darüber hinaus rekrutieren sich die Cofaktoren aus verschiedenen Stoffgruppen: Coenzyme im engeren Sinn, Vitamine, Elemente, Spurenelemente und Metalle. Coenzyme und ihre Funktionen: Coenzym A – Zitronensäurezyklus ; Coenzym Q ( ubichinon) – Atmungskette ; ATP – Energieübertragung ; Vitamine, insbesondere der B – Gruppe, sind an zahlreichen Stellen der Stoffwechselketten essentiell, ohne ausreichende Konzentration können Stoffwechselketten nicht ausreichend funktionieren. Mangelkrankheiten sind die Folge. Für die Aktivierung und Funktionen von Katalysatoren sind Elemente, Spurenelemente und Metalle erforderlich. Während manche Elemente und Metalle in kleinen Dosen die Katalyse ermöglichen, können sie in größeren Dosen Funktionen hemmen oder blockieren.

Intermediärprodukte

Regelkreise und Stoffwechselketten können ihre Funktion nur erfüllen, wenn alle Kettenglieder intakt sind, bei physiologischen Abläufen bedeutet dies, dass Ausgangssubstrat, Katalysatoren und Intermediärprodukte aufeinander abgestimmt sein müssen. Da hinter jeder enzymatischen Fehlfunktion das zu katalysierende Produkt unzureichend gebildet wird, kommt den Intermediärprodukten für den weiteren Ablauf der Kettenreaktion eine wichtige Rolle zu. In der Therapie sollten daher enzymatische Defekte nicht nur mit dem fehlenden Katalysator beeinflusst , sondern auch mit den Intermediärprodukten hinter der Enzymblockade behandelt werden.
Am Beispiel des Zitronensäure-Zyklus wird die Bedeutung der Intermediärprodukte deutlich. Für den Zitronensäure-Zyklus stehen als Intermediäre Produkte zur Verfügung: Acidum cis-Aconitum, Acidum citricum, Acidum fumaricum, Acidum alpha-ketoglutaricum, Acidum DL-malicum, Acidum succinicum, Acidum oxalaceticum, Acidum pyruvicum.Katalysatoren, speziell die Enzyme, sind Lotsen , die ein Substrat in ein anderes Substrat überführen. Bei Katalysatormangel kommt es einerseits zu einem Defizit ( Funktionsschwäche, Entwicklungsstörung, Funktionsausfall) und andererseits zu einem Stau.

Kombinationen intermediärer Katalysatoren

ndikationen für den therapeutischen Einsatz ergeben sich bei

  • Defizienzen an mehreren Stellen von Stoffwechselketten
  • genereller Unterfunktion der produzierenden Strukturen
  • Membrantransportstörungen
  • anlagebedingten Fehlsteuerungen

Eine oder mehrere dieser Vorraussetzungen liegen vor bei

  • Zell-Matrix-Dysfunktionen (Imprägnations-, Degenerationsphasen)
  • mitochondrialen Defekten
  • lysosomalen Defekten

Mitochondriale Defekte wirken sich auf den Energiestoffwechsel und die Integration der Stoffwechselketten aus, lysosomale Defekte auf den Stoffwechsel der Schleimhäute, die Matrixfunktion und das Bindegewebe.Angeborene Stoffwechselstörungen und krankheits- oder altersbedingte Leistungsminderung dieser Zellorganellen können nur mit einer umfassenden Kombination von intermediären Katalysatoren, Intermediärprodukten ( Acidum cis-Aconitum u.a.) , und Cofaktoren sinnvoll behandelt werden. Die mitochondrialen Funktionen werden durch zwei Kobinationspräparate Coenzyme comp. und Ubichinon omp. breit abgedeckt.
Intermediäre Katalysatoren können, wie dies in Zeel der Fall ist, mit organischem Material kombiniert werden. Die Sinnhaftigkeit solcher Kombinationen liegt im gleichzeitigen Angebot von dynamischen Faktoren (Katalysatoren) und organischen Partnern zur Regeneration und Reparation struktureller Defekte.

Zitronensäure-Zyklus

Jeder Organismus benötigt zur Aufrechterhaltung seiner vitalen Funktionen Energie, die durch den Stoffwechsel fortlaufend bereitgestellt werden muss.
Störungen des Energiestoffwechsels beinträchtigen stets auch die Energieversorgung. Dabei sind alle Zellen in besonderem Maße von einer funktionsfähigen Matrix abhängig, die die jeweilige Versorgung und Entsorgung der Zellen mit Stoffen gewährleistet. Der Stoffwechsel lässt sich in zwei Bereiche gliedern: anabole Stoffwechselwege- dienen der Biosynthese von Stoffen ; katabole Stoffwechselwege- regeln den Abbau komplexer Moleküle. Energieliefernde sind dabei mit energieverbrauchender Prozesse über Coenzyme miteinander verbunden. Aus der Vernetzung verschiedener Stoffwechselzyklen ergibt sich, dass der Zitronensäurezyklus die gemeinsame Endstrecke für den Abbau aller Nahrungsstoffe und deshalb als die eigentliche Drehscheibe des Stoffwechsels anzusehen ist. Dieser katabole Reaktionsweg sichert entscheidend den Erhalt allen Lebens und ist für alle Zellen ein geschlossener Reaktionszyklus, in den die Abbauprodukte des Kohlenhydratstoffwechsels, des Fettsäureabbaus sowie die Umwandlung der Aminosäuren aus den Proteinen Eingang finden.
Durch diese Vernetzung ergibt sich, dass die Atmungskette mit dem Zitronensäurezyklus die bedeutendste Energiequelle des Körpers darstellt.
Der bekannten Therapie mit homöopathisierten Faktoren des Zitronensäurezyklus kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu. Es lassen sich nicht nur Stauungen gezielt beseitigen z.B. ein Pyruvatstau bei einer erheblichen Verlangsamung der Endoxidation, sondern mittels Induktion der entsprechenden Teilschritte wird der Ablauf des Zitronensäurezyklus wieder in Gang gesetzt und gleichzeitig die Atmung der Zelle beeinflusst.
Viele Enzymreaktionen benötigen Magnesium- oder Manganionen als zusätzliche Aktivatoren. Daher ist es sinnvoll, dass eine gezielte Therapie mit intermediären Katalysatoren wegen der Bedeutung des anorganischen Phosphats durch eine Injektion von Magnesium- oder Manganionen in Form ihrer Phosphatverbindungen eingeleitet oder kombiniert wird.

Biologische Medizin:

Die biologische Medizin orientiert sich in Diagnostik und Therapie an den physiologischen Lebensvorgängen. Ihre Maßnahmen werden im Einklang mit den natürlichen Fähigkeiten des Organismus zur Regulation, Regeneration, Anpassung und Selbstheilung gewählt.

Biosysteme sind komplex und vielfach vernetzt. Einzelmassnahmen, wie die Gabe eines Medikamentes, beeinflussen in der Regel nur ein einzelnes Glied innerhalb der Funktionsketten und Regelkreise. Biologische Verfahren sind deshalb in der Mehrzahl ganzheitlich ausgelegt, der Mensch als integratives Biosystem ist Richtschnur des diagnostischen Erkennens und therapeutischen Handelns.

Die therapeutischen Verfahren werden für die Wiederherstellung der Funktionen eingesetzt. Dies vorwiegend auf folgenden Prinzipien:

  • Substitution fehlender Stoffe:
    Damit werden fehlende Zwischenglieder von Funktionsketten und Regelkreisen ersetzt, um die Funktionsketten wieder zu schließen, dazu gehören z.B. Elemente, Enzyme, Hormone, Zellen, Gewebe.
  • Regulationstherapien
    Sie streben an, unterbrochenen Funktionsketten wieder in Gang zu setzen. Dafür stehen eine Vielzahl von physikalischen und elektrischen Verfahren zur Verfügung.
  • Individualisierte Therapien:
    Diese berücksichtigen über das kollektive Prinzip hinaus die individuelle Lebenssituation des Patienten.

Meist geht dabei der Ansatz von einem bestimmten Krankheitsbild aus :

  • die Homöopathie – die mit dem Simile.Prinzip arbeitet.
  • die Isotherapie – die das Gleichheitsprinzip zugrunde legt.

die Anthroposophie berücksichtigt gleichwertig die Gesetzmäßigkeiten von Leben, Seele und Geist in ihren gegenseitigen Abhängigkeiten die Antihomotoxikologie beruht auf einer durch Arzneireize angestrebten Simulation und Regeneration. Dem Organismus wird in der Auseinandersetzung mit Giften eine ähnliche Arznei zugeführt.

Reckeweg – Zusammenfassung:

Aus der Sicht Reckewegs sind Krankheiten und deren Symptome auf Gifte zurückzuführen. Die Krankheit ist nicht anderes als eine körperliche Reaktion auf äußere oder innere Schadstoffe. Dabei kann es sich um Umweltgifte, Giftstoffe in der Nahrung oder auch um schädliche Stoffwechselprodukte handeln.
Art und Schädlichkeit der Homotoxine hängen von de Abwehrkraft und Regulationsfähigkeit des Organismus wie auch von der Art, der Reizstärke und Einwirkungsdauer des Toxins ab.
Die Krankheit ist eine Auseinandersetzung des Körpers mit toxisch wirkenden Substanzen. Der Körper will grundsätzlich schädliche Stoffe zunächst unschädlich machen oder ausscheiden. Gelingt dies , bleibt er gesund. Gelingt dies nicht wird er krank. Danach kommt es zu einer Krankheit, wenn die Belastung durch Giftstoffe im Maschenwerk des Bindegewebes (Matrix) zu stark wird, so dass die Matrix verstopft und die Versorgung der Körperzellen dadurch behindert wird, was schließlich zur Blockade wichtiger Körpervorgänge und zur Störung des Fließgleichgewichts im Organismus führe.

Wird der Körper bei seinen Abwehrmassnahmen gegen Gifte gestört, z.B. durch konventionelle Therapie oder Einnahme von Medikamenten, kommt es zu einer Rückvergiftung des Körpers.
Reckeweg definierte meherer Homotoxine, wobei er acht Sutoxine als entscheidend einstufte. Dabei handelt es sich um Giftstoffe die im Schweinefleisch enthalten sind woraus Reckeweg den Schluß zog, dass der Verzehr von Schweinefleisch Krankheiten verursachen kann. Zu den Sutoxinen zählen unter anderem Cholesterin, Wachstumshormone, Sexualhormone, Grippevirus.

Abwehrphasen

In Phase 1 versucht der Körper das Toxin mittels Ausscheidung zum Beispiel durch Schnupfen, Durchfall, Erbrechen loszuwerden.

In Phase 2 kommt es zu Entzündungen, die sich als Fieber, akute Bronchitis, Hautausschlag oder Eiter äußern.

In Phase 3 kommt es zu Ablagerung (Deposition) der Toxine in Körpergewebe, wobei ein Symptom Ateriosklerose sein kann.

Die ersten drei Phasen führen nicht zu einer dauerhaften Krankheit.

In Phase 4 ist dann die Schädigung (Imprägnation) vordergründig, wobei die Funktion von Körperzellen beeinträchtigt wird. Migräne kann ein mögliches Anzeichen sein.

In Phase 5 kommt es zu Veränderungen in der sich zum Beispiel das Blutbild krankhaft verändert.

In der sechsten Phase kommt es zu zur geweblichen Neubildung ( Neoplasma) , in der sich Tumore bilden .

Die Homotoxikologie will mit Hilfe spezieller Antihomotoxika die Entgiftung des Körpers unterstützen. Dazu greifen sie in das System der Gegenregulation des Bindegewebes ein . Weitere Ansatzpunkte der Therapie sind die Anregung von enzymatischen Entgiftungsprozessen in der Leber, die Anregung des Immunsystem, die Stimulation neuraler Heilreflexe und die Beeinflussung der Hormonproduktion von Hypphyse und Nebenniere.

Zum Einsatz kommen vorwiegend Kombinationspräparate, die die Erkrankung zunächst in eine der ersten drei Phasen zurückführen sollen. Bei der Auswahl der Präparate folgt man dem homöopathischen Grundsatz , Ähnliches mit Ähnlichem zu behandlen. Basis der Behandlung ist die Isopathie.
Jede Krankheit, bei der eine spezifische Steigerung der Abwehrkräfte gewünscht wird, spricht auf die antihomotoxische Therapie an. Hier seien besonders jede Art von chronischen Erkrankungen genannt, aber auch degernative Erkrankungen (Verschleißerkrankungen), z.B. Rheuma, Arthrose.
Engystol – Stärkung der Abwehrkräfte, indiziert bei Virusinfektionen, Entgiftung von Virustoxinen, postinfektiösen Schwächezuständen, Ekzeme.
Dazu Hepar comp. um die während der Krankheit angefallenen Stoffwechselprodukte über das Anregen der Leberfunktion und das Entgiften derselben zu ermöglichen.

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