Schmerzen an der Achillessehne

Schmerzen an der Achillessehne

Die Achillessehne ist die stärkste Sehne des menschlichen Körpers. Sie zeigt eine hohe Widerstandsfähigkeit. Sie ist im gesunden Zustand in der Lage, Belastungen von 2400 – 3000 N, das entspricht etwa das 3-4fache des Körpergewichts, zu tolerieren. Unter sportlichen Belastungen können bis zum 9fachen des Körpergewichts auftreten.

Die Tendinose derAchillessehne betrifft bevorzugt Sportler.

Intensive sportliche Aktivität kann zu Überlastungen am Bewegungsapparat führen. Achillessehnenbeschwerden treten sehr häufig bei Läufern auf. 23,7 % bei Läufern, 16,5 % bei Läuferinnen, 9% der Spitzensportler sind laut Statistik davon betroffen.

Auch Athleten die Spielsportarten ausüben sind davon betroffen. Sportarten die Sprünge und Sprints beinhalten, wie zum Beispiel Fußball und Handball, haben nachgewiesenermaßen ein Risikofaktor für eine Tendinose der Achillessehne.

Autoren zahlreiche Studien sind sich einig. Die Achillessehnentendinopathie ist ein Degenerationsprozess aufgrund einer dauerhaften Überlastung. Hierbei ist nicht nur die Sehne selbst, sondern auch ihr Gleitgewebe betroffen. Kennzeichnend für die Degeneration der Sehne sind Mikrorisse. Durch die Mikrorisse kommt es zu pathologischen Veränderungen der Faserstruktur. Eine Einsprossung schmerzmeldender Nervenendigungen in die Faserstruktur der Sehne kann die Folge sein.

Kinematische Einflussfaktoren können für Achillessehnenbeschwerden verantwortlich sein.

Hier werden Fußdeformität, Instabilitäten und Dysbalancen verantwortlich gemacht. Zusammenhänge zwischen Fußfehlstellungen und Achillessehnenbeschwerden werden derzeitig unterschiedlich diskutiert.

Es konnte gezeigt werden, dass mehrere Zusammenhänge zwischen Achillessehnenbeschwerden und einer erhöhten Rückfußinversion existieren. Einschränkungen in Dorsalextension können Achillessehnenbeschwerden forcieren. Eine Hemmung in Knieextension kann eine Disposition für eine Tendinose der Achillessehne verursachen. Verursachende Einflussgrößen können Sprunggelenksinstabilitäten und Überpronation sein.

Instabilitäten führen in der Regel zu einer Ermüdung der Muskulatur. Durch eine Ermüdung kommt es zur Verlagerung der Belastung in die Vorfußregion. Des Weiteren kommt es bedingt durch die Ermüdung, zu einer Funktionsminderung am M.Tibialis posterior der für die Aufrechterhaltung des Längsgewölbe am Fuß verantwortlich ist.

Es können klare Aussagen darüber gemacht werden, dass Abweichungen der Fußstellungen zur Entwicklung oder auch zu Begünstigungen der Achillessehnenbeschwerden beitragen.

Achillesehnentendinopathien zeigen Funktionsbeeinträchtigungen des Muskel-Sehen- Komplexes auf. Als Folge dieser Funktionsbeeinträchtigungen kommt es zu einem deutlich geringeren Kraftvermögen bei der Plantarflexion. Studien zeigen ein deutlich geringeres Drehmoment bei exzentrischer Muskelarbeit.

Für die Praxis lässt sich daraus folgendes ableiten:

  • Der Parameter Schmerz als alleiniges Kriterium ist nicht ausreichend.
  • Vielmehr muss die komplette kinetische Muskelkette bei der Überprüfung mit einbezogen werden.

Von großer Bedeutung in der physikalischen Therapie ist das Wissen um kinematische Muskelketten. Beim Laufen wird der Dehnung -Verkürzungszyklus ausgenutzt. Dies hat zur Folge dass in der exzentrischen Phase Energie in der Sehne gespeichert wird. Diese Energie wird in der konzentrischen Phase wieder abgegeben.

Vergleichen wir hierzu das Barfußlaufen und das laufen in Schuhen.

Das Barfuß laufen hat deutlich kürzere Bodenkontaktzeiten. Eine Höhere vorinervation des M. Triceps surae und höhere Impulse sind durch Barfußlaufen gekennzeichnet. Hierbei kommt es zu einer verbesserten mechanischen Anpassung, die zu einer verbesserten Energiespeicherung und Abgabe führt.

  • Der Muskel-Sehnen-Komplex muss funktionieren um den verschiedenen Bewegungsanforderungen und Belastungen standhalten zu können.

Achillessehnenbeschwerden und Physiotherapie.

Ein umfangreiches Physiotherapieprogramm bestehend aus, Friktionsmassage der unteren Extremität, Ultraschall, Eis, Propriorezeption und exzentrischen Kraftübungen, Führen rasch zu einer Verminderung des Schmerzempfinden. Zielführend in der Physiotherapie ist es, die exzentrische Muskelkraft in der gesamten kinematischen Muskelkette zu verbessern. Hierfür eignen sich sensomotorisches und koordinatives Training. PNF ist ein geeignetes und sehr gutes physiotherapeutisches Konzept.

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