Der Tennisellbogen aus physiotherapeutischer Sicht.

Der Tennisellbogen aus physiotherapeutischer Sicht.

Sehnenprobleme werden unter Physiotherapeuten, Orthopäden, Chiropraktiker usw. kontrovers diskutiert und behandelt. Das Problem des Tennisellbogen wird als Insertionstendopathie bezeichnet. Der Begriff „Tennisellbogen“ tauchte erstmals im Jahr 1883 auf.

Definition: Der Begriffe Tennisarm bezeichnen per Definition Schmerzsyndrome im Bereich des Ellenbogens. Dahinter steckt eine Sehnenerkrankung (Tendinopathie), die durch chronisch schmerzhaft gereizte Sehnenansätze mit entzündlichen oder degenerativen Veränderungen gekennzeichnet ist. Quelle: www.onmeda.de

Der Tennisellbogen dürfte die häufigste Insersationstendopathie des Menschen sein. Nur ca. 8% der betroffenen sind allerdings Tennisspieler. Diese Tendopathie kann jeder entwickeln. Die Erfahrung aus der Praxis zeigt, dass diese Störung am häufigsten berufsbedingt auftritt.
Betrachtet man die Sportart Tennis, so belegen verschiedene Studien, dass bis zu 50% der Tennisspieler irgendwann die Symptome eines Tennisellbogen erfahren haben. Diese Symptomatik tritt bei Freizeitsportler deutlich häufiger auf, wie bei Spitzensportler. Aus der Statistik lassen sich verschieden Behandlungsansätze ableiten. Mangelnde Technik, Ausrüstung, Ballschule oder allgemeine Athletik müssen im Behandlungskonzept berücksichtigt werden.

Als Ursache werden wiederholte Mikrotraumen und Überlastungen der Handgelenkextensoren genannt. Meist ist er Musculus Extensor carpi radialis brevis betroffen. Nicht selten kommt es zu einer Mitbeteiligung des Extensor digitorum communis. In der Praxis kann folgende Beobachtung gemacht werden:

Bei Tennisspieler ist vorwiegend der Musculus Extensor carpi radialis brevis betroffen.
Während es bei berufsbedingten Überlastungen zu einer Mitbeteiligung des Extensor digitorum communis kommt.

Beim Tennisellbogen muss an weitere Entstehungsmöglichkeiten gedacht werden. Hier vor allem an Nervenkompressionssyndrome und cervikale Störungen. Eine exakte Diagnostik ist unumgänglich.

Leider wird immer noch mit der Bezeichnung „Epikondylitis lateralis“ des Ellenbogens, ein entzündlicher Prozess in Verbindung gebracht. Die Tendopathie wird durch „degenerative Veränderungen“ des Sehnenansatzes verursacht. Diese Überlastungsverletzung ist als Folge sogenannte repetativer Mikrotraumen anzusehen.

Ein Sehnenansatz wird sich an eine „Mehrbelastung“ innerhalb seiner biologischen Grenze adaptieren (Kollagenfaserquerschnitt, extrazelluläre Matrix und Faserknorpelverteilung). Ist die Adaptionsfähigkeit erschöpft, sowie die Reparationsfähigkeit nicht mehr ausreichend, kommt es zu degenerativen Veränderungen. Auch das Lebensalter ist ein pathogenetischer Faktor

Endogene Faktoren:
Stadium I Gelegentliche Reizung
Stadium II Permanente Reizung – weniger als 50% des Sehnenquerschnitts betroffen
Stadium III Permanente Reizung – mehr als 50% des Sehnenquerschnitts betroffen
Stadium IV Partieller oder kompletter Sehnenriss

Hauptmerkmal eines Tennisellbogens ist der Schmerz und die Empfindlichkeit des lateralen Epikondylus. Typisch sind Schmerzen im Ellbogen bei Dorsalextension des Handgelenks oder Mittelfinger gegen Widerstand bei gestrecktem Ellbogen und proniertem Unterarm.

Der „coffe-cup“ Test ist meistens positiv.

Eine exakte funktionelle Untersuchung der HWS, Schulter und des Ellbogen ist bezüglich der Differenzialdiagnostik unumgänglich. In der Regel zeigen sich hier funktionelle Defizite. Segmentale Blockaden der HWS/BWS sind häufig vorhanden.

Eine wissenschaftlich basierte Therapie des Tennisellbogens existiert nicht. Konservative Maßnahmen führen immer wieder zu sehr guten Ergebnissen. Das oberste Ziel ist die Wiederherstellung einer vollen Funktionalität. Die Behandlung eines Tennisarms muss in einer logischen Abfolge einzelner Schritte erfolgen.

Während oder unmittelbar nach aktiver Belastung haben sich Kälteapplikationen bewährt. In den Ruhephasen sollte mit Wärme (Hot Packs) behandelt werden.  Übungen für die gesamte Bewegungskette sind zwingend notwendig.

Gewebereaktion physikalischer Therapiemaßnahmen

Kälte
Zellulärer Stoffwechsel
Sauerstoffbedarf
Ausmaß Gewebezerstörung
Ödem
Schmerz
Viskosität
Wärme
Permeabilität
Gefäßversorgung
Zellulärer Stoffwechsel
Spasmen
Schmerz-Spasmen-Ischämie
Viskosität
Dehnfähigkeit des Gewebes
Elektrische Stimmulation
Gefäßdurchgängigkeit
Ödem
Schmerz
Kraft der Sehne
Muskelathrophie
Ultraschall
Thermische Effekte / Mechanische Effekte
Zugfestigkeit der Sehne
Kollagenproduktion
Mikrovaskulärer Neuaufbau
Myobibrolastische Wundkontraktion
Viskosität
Dehnfähigkeit des Gewebes

Leave a Comment

Name*

Email* (never published)

Website